Aibling spricht – persönliche Geschichten, die Demokratie lebendig machen

Am 25. Januar fand im Rahmen der Max Mannheimer Kulturtage die Veranstaltung „Aibling spricht“ statt – getragen von der Evangelische Kirchengemeinde Bad Aibling und dem Historischer Verein Bad Aibling. Ein vollbesetztes Auditorium zeigte bereits zu Beginn: Das Bedürfnis nach Austausch, Zuhören und gemeinsamer Reflexion ist groß.

Im Mittelpunkt standen keine prominenten Redner:innen, sondern persönliche Geschichten ganz normaler Menschen. Zehn sehr unterschiedliche Redebeiträge machten sichtbar, was eine lebendige Stadtgesellschaft auszeichnet: Vielfalt, Engagement – und die Bereitschaft, sich zu zeigen. Durch den Abend führten Pfarrer Markus Merz und Anneliese Wittkowski; musikalisch begleitet wurde das Programm von Clemens Wagner und Harry Lange. Für das leibliche Wohl sorgte das Café Friends vom Kreis Migration – auch das ein sichtbares Zeichen gelebter Gemeinschaft.

Die leitenden Fragen des Abends waren einfach und zugleich grundlegend:
Was macht den anderen aus? Wie können wir einander besser verstehen? Und wie schön ist es, dass wir gemeinsam hier leben?
Genau diese Einsichten, das Sich-Treffen und der offene Austausch, so wurde deutlich, stärken unsere Demokratie.

Die Beiträge berührten, regten zum Nachdenken an und spannten einen weiten thematischen Bogen: vom Vertrauen, das aus familiärer Liebe wächst, über die Frage, ob wir das Leben im Griff haben – oder umgekehrt –, bis hin zur Erkenntnis, dass Freiheit gestaltet werden muss. Es ging um Selbstfürsorge als Quelle von Sicherheit und Lebensfreude, um Leidenschaft und Maß, um Theater als emotionale Teamarbeit und um Gestaltung als fortwährenden Prozess des Entdeckens.

Auch gesellschaftliche Zusammenhänge wurden klar benannt: Soziokultur entsteht aus der Mitte der Menschen und ist für Demokratie unverzichtbar. Schule gelingt dort, wo das sensible Dreieck aus Eltern, Schüler:innen und Lehrkräften im Gleichgewicht gehalten wird. Und immer wieder klang an: Wenn Menschen ihren Platz finden und einnehmen können, entfalten sie ihr Potenzial – für sich selbst und für die Gemeinschaft.

„Aibling spricht“ war damit weit mehr als eine Abfolge einzelner Wortmeldungen. Es war ein Nachmittag, der zeigte, wie aus persönlichen Geschichten ein gemeinsames Verständnis wachsen kann – und wie genau daraus jene demokratische Kraft entsteht, die eine offene Gesellschaft trägt.